Ort: Passau
Wann: 8. Dezember 2022
Reise: Wien Hbf - Linz Hbf - Passau und zurück
Thema Reise: An meinem Buch weiter schreiben
Thema Ort: Adventmarkt, Altstadt, Dreiflüsseck
Vergnügen auf Hindernissen!
Au weh! An diesem Tag erlebe ich mehr Stress, als mir lieb war!
Mein Reiseziel ist Passau, an der deutsch-österreichischen Grenze. Derzeit scheint das ganze Land auf den Zugverkehr umzusteigen, was die Nachfrage nach Reisen auf Schiene enorm erhöht. Selten kann man sich in einen Zug setzen, ohne sich Gedanken über einen Sitzplatz zu machen. Die Auslastung auf den Fernreisezügen ist erdrückend. Ich besitze das Klimaticket. Damit kann ich, zu einem Pauschalpreis, mit jedem Verkehrsmittel aus jedem Verkehrsverbund des Landes fahren. Das ist natürlich einerseits sehr praktisch. Allerdings muss auch ich mich um einen reservierten Sitzplatz in den Zügen kümmern. Und so tat ich es auch dieses Mal.
Ich reserviere zwei Sitzplätze. 1x für die Fahrt mit dem ICE von Wien Hbf nach Passau und 1x für die Rückfahrt mit dem ICE von Passau nach Wien Hbf. Doch an diesem Morgen läuft gleich mal alles aus dem Ruder. Der Zug, mit dem ich morgens vom Bahnhof meines Ortes zum Hauptbahnhof fahre, hat eine Verspätung von mehr als 20 Minuten. Da ich meinen reservierten Sitzplatz nicht mehr erreichen kann, werde ich den ICE nicht mehr benutzen können. Mist!
Mit dem Klimaticket ist es nicht so schlimm, denn dann fährt man eben mit der nächsten Gelegenheit nach Passau. Es sei denn, die Menschen werden an diesem Feiertag dazu verleitet, nach draußen zu gehen.
Die nächste Chance, mein Ziel zu erreichen, wird sich erst in einer halben Stunde eröffnen. Ein Railjet nach Zürich. Also dann los, fahren wir bis nach Linz und dann umsteigen in den Regional Express nach Passau. Es könnte so einfach sein. Doch nicht an so einem Morgen wie diesen.
Der Bahnsteig ist mit Menschen vollgestopft, eine Beschreibung lässt sich kaum vermitteln. Die Menschen standen dicht an dicht vor der gelben Sicherheitslinie und warteten auf die Einfahrt des Zuges. Ich entscheide mich für die Flucht vor der überfüllten Bahn. Die Sitzplätze sind wahrscheinlich bereits vollständig reserviert und die wenigen, die noch frei sind, werden sicherlich schon in den ersten Sekunden nach dem Zutritt vergeben. Darauf hatte ich nun wirklich keine Lust.
Ich stehe am Hauptbahnhof unschlüssig, was ich als Nächstes tun soll. Ich weiß, dass ich große Lust habe, im Zug zu schreiben. Es lohnt sich jedoch nur, wenn man mindestens zwei Stunden pro Strecke sich setzen und in Ruhe arbeiten kann. Wohin soll ich aber jetzt fahren? Gmünd? Leoben? Retz?
Ich stehe am Bahnsteig für einen Regional Express nach Villach, da ich mich zunächst für Leoben entscheide. Da erspähe ich auf der Anschlagstafel noch einen Railjet nach Salzburg. Da ich die Fahrt mit dem Railjet immer sehr positiv erlebe, habe ich meine Reisepläne kurzfristig geändert und werde nun nach Salzburg fahren. Wie herrlich! Ich habe ohne Probleme einen freien Sitzplatz für mich ergattert.
Ich fahre indes in Richtung Salzburg, öffne mein Tablet und schreibe meine ersten Zeilen des Tages, als überlege ich, ob ich nicht doch in Linz aus und umsteigen soll, um doch noch nach Passau zu kommen. Obwohl mein Zug bereits um 1,5 Stunden verspätet war, würde es sich noch lohnen, bis zu meiner reservierten Rückfahrt zu warten. Und so setzte ich mein Vorhaben um. In Linz steige ich dann in den Regionalzug um und fahre damit nach Passau. Der Waggon ist wiederum bis zum Bersten mit Menschen angefüllt. Zu diesem Zeitpunkt hat sich eine gemischte Gesellschaft von Leuten eingefunden, was den Lärmpegel deutlich ansteigen lässt.
Ich flüchte mich in die Welt meiner Geschichte und kann dies alles hervorragend ausblenden. In Passau angekommen, führt mich mein Weg direkt zum St. Stephans Dom und dem Adventmarkt am Hauptplatz.
Ich bin erstaunt, dass auch hier die Preise angemessen sind.
Der Glühmost schmeckt dadurch deutlich besser und wärmt mich zudem auf meinem weiteren Spaziergang zur Prinzregent-Luitpoldbrücke, die einen schönen Ausblick auf die Veste Oberhaus bietet.
Es ist nur noch ein kleiner Fußmarsch bis zum Dreiflüsseck, wo die Donau, der Inn und der Iltz zusammenfließen. Ich trete den Rückweg entlang der Inn an und besuche dabei noch das mittelalterliche Wahrzeichen der Stadt, den Schaiblingsturm.
Schließlich begebe ich mich auch schon wieder zum Bahnhof. Da mein ICE zurück nach Wien ebenfalls rund 30 Minuten Verspätung hat, konnte ich in Summe doch ca. 2 Stunden in Passau verweilen. Zum Erkunden freilich zu wenig, aber für einen tollen Spaziergang zum Kennenlernen ideal. Diesmal geht jedoch es ohne nennenswerte Vorfälle zurück nach Wien.
Am Ende war es ja dann ein tolles Erlebnis, auch wenn er Start mehr als holprig war!
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